Samstag, 12. April 2014

Cape Cross - Khorixas

 
 
 
 
 

Cape Cross – Uis – Khorixas

Auch das 2. Camp bot unserer Truppe ein schützendes Nachtlager, das jedoch abermals um 06:30 Uhr endete. Unser Geburtstagskind Berndi wurde von allen mit einem Happy Birthday und Geburtstagströten empfangen, Hannelore überreichte ihm als Geschenk sogar ein Paar Trockenwürstel (ein wirklich kostbares Geschenk in Afrika J), was dem Morgenmuffel sofort ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Beim Zusammenpacken unserer Sachen kam unerwartet ein Sturm auf, was das Zusammenfalten der Zelte zu einem schwierigen Unterfangen werden ließ. Nachdem alles eingeräumt war, starteten wir unsere Fahrt in Richtung Uis.

Nach etwa 30 Kilometer bogen wir landeinwärts ein, wo unser nach kurz Zeit ein waschechter Wüstensturm erwartete. Schon von weitem konnte man über dem Horizont eine riesige gelbliche Wolke erkennen, die aber aus der Ferne kaum erahnen ließ, was uns ein paar Kilometer weiter erwartete. Mitten im Sturm angekommen, konnte man die Straße kaum noch erkennen, der herumwehende Sand ließ einfach alles gleich aussehen. Wir orientierten uns an den Rücklichtern des vorderen Autos und schafften es mit ca. 20km/h Maximalgeschwindigkeit durch den Sturm. Die Fahrt war zwar anstrengend, trotzdem war es auf jeden Fall eine spannende Erfahrung, einen solchen Sturm einmal live (und geschützt im Auto!) miterleben zu können.

Der Sturm ließ langsam nach und hier und dort konnten man im kargen Land schon wieder erste kleine Sträucher erkennen, als wir plötzlich neben der Straße ein offenbar liegen gebliebenes Auto mit eingeschalteter Alarmblinkanlage entdeckten. Berndi fuhr sofort rechts (oder besser gesagt links) ran. Es stellte sich heraus, dass ein Einheimischer aus dem Ovamboland sich bereits am Vortag mit dem Auto verirrt hatte und nun ohne Sprit seit Stunden in der Wüste ausharrte. Wir überredeten ihn, mit uns in die nächste Stadt zu fahren, damit er sich dort Benzin besorgen konnte. Ich muss zugeben, ich war zuerst etwas skeptisch, jemand Fremden im Auto mitzunehmen. Lustigerweise war aber auch er offenbar etwas ängstlich, sich einer Gruppe weißer Touristen anzuschließen. Wir versorgten ihn mit Wasser und Essen und setzten ihn dann bei der nächsten Tankstelle ab, wo er uns noch dankte und eine sichere Weiterreise wünschte.
 

Unsere Reise führte uns dann schließlich noch über die C35 zu unserem Zielort für diesen Tag: Khorixas im Damara-Land, wo bereits unser vorreservierter Campingplatz auf uns wartete. Nach dem erlebten Sturm waren alle froh, sich den Sand, der sich doch an der einen oder anderen Stelle beinahe kiloweise eingelagert hatte, abduschen zu können. Meinem geschulten Blick entging es natürlich nicht, dass hier offenbar schon mehr an Klein- und Kriechtieren unterwegs war, größere Spinnen konnten ich aber zum Glück keine erkennen. Und doch versetzte ich die Mitduschenden in den anliegenden Kabinen kurzzeitig in Panik, als mir beim Schließen des Duschvorhangs eine etwa 7cm große Kakerlake entgegenlachte und ich einen kurzen Schreckensschrei nicht mehr unterdrücken konnte. Nach dem ersten Schock jedoch, blieb der Duschvorhang einfach geöffnet und das Duschen konnte weitergehen. Auf Wunsch des Geburtstagskindes gab es zum Abendessen einen Riesentopf mit Grenadiermarsch, der genüsslich unter lautem Geschmatze verdrückt wurde. Zur Feier des Tages wurden dann auch noch die eine oder andere Flasche Wein geöffnet J

Morgen berichten wir euch von unsere Fahrt nach Opuwo, wo wir die ersten Giraffen, Kudus & Springböcke entdecken durften…

Bis bald, 
Andrea & Berndi

Ameib - Swakopmund - Cape Cross


Ameib – Swakopmund – Cross Cape

 

Pünktlich um 6:15 wurde wir von unseren Reisekollegen aus dem wohlverdienten Urlaubsschlaf gerissen (anscheinend kann ich mich die nächsten 14 Tage auf solch unwirtlichen Aufwachzeiten einstellen ;-).

Nach einem ausgedehnten Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg nach Swakopmund. Vorbei an einer Straußenfamilie wird die Landschaft zusehends karger, schön langsam nähern wir uns der Westküste Namibias die südlich von der Wüste Namib und nördlich von der Skelettküste gebildet wird.

Bei der Stadteinfahrt nach Swakopmund leuchten uns schon auf linker Seite die Sanddünen der Namib entgegen. Nach kurzem Tankstopp und neuerlichem Verschwinden einiger Mitstreiter im Stadtverkehr begeben wir uns für ein kurzes „Chillout“ an den Strand von Swakopmund. Die Stadt besticht durch ihr deutschgeprägtes Flair und ist aufgrund von Sauberkeit und Industrie mit einer Kleinstadt in Österreich absolut zu vergleichen, inklusive Meerzugang.

Danach geht es mit Vollgas Richtung Norden mit Ziel Cape Cross. Die Straße ändert sich nach etwa 30km von Teerbelag auf Salzstraße und die Geschwindigkeit + Lenkmanöver müssen dementsprechend angepasst werden. Nach weiteren 50km wurde uns die Weite dieser Landschaft erstmals richtig vor Augen geführt. Von leichtem Baumbewuchs über karge Sträucher bis hin zu absolutem Nichts außer Sand und Kiesel machte die Skelettküste ihrem Namen alle Ehre. Geblendet von Sonne und unzähligen „Fata Morganas“ (schreibt man das so?), erreichten wir bei Sonnenuntergang Cape Cross.

Bevor wir auf unserem Campingplatz „Cape Cross Lodge“ eincheckten, besuchten wir noch die Robbenkolonie direkt am Cape Cross. Nach dem Verlassen unserer Gefährte stieg uns bereits der feine Geruch dieser mehreren Tausend Tieren umfassenden Robbenkolonie in die Nase.

 
Irgendwie erinnerte mich dieses ohrenbetäubende Gegrunze und Gejaule der Robben an einen Sonntagvormittag nach durchzechter Nacht mit gebeugtem Kopf über der Kloschüssel. Eigentlich helfen diese Rufe aber der Mutter ihr Junges in diesem Getümmel wiederzufinden.

Danach besichtigten wir noch das berühmte Kreuz (Cape Cross), dass 1486 vom ersten portugiesischen Seefahrer, der an der Skelettküste landete, errichtet wurde. Es ist allerdings nur eine Replik.

Die Cape Cross Lodge bildete dann unser Nachtlager. Die Sanitäranlagen waren in perfektem Zustand, Wireless Lan am gesamten Gelände gratis und Steckdosen + Licht am Stellplatz. Nach einem köstlichen Abendessen vom Gaskocher und einigen Bierchen schliefen wir mit Meeresrauschen im Hintergrund und den vielen Eindrücken des Tages herrlich ein.

Morgen erwartet uns ein Wüstensturm der Extraklasse, bis bald…

 

Djambo

Berndi & Angy




Mittwoch, 9. April 2014

Windhoek - Ameib


Erongo Gebirge & Ameib Range

 
 
 
Dienstag früh, pünktlich um 08:30 Uhr starteten wir mit unseren insgesamt 4 Camping-Autos (Toyota Hilux) von Windhoek Richtung Erongo Gebirge. Schnell merkten wir, wie schwierig es ist, 4 Autos in einer fremden Stadt (noch dazu mit dem für uns ungewohnten Linksverkehr) zusammen zu halten und so hatten wir uns bereits nach kurzer Zeit aus den Augen verloren. Auf der Nationalstraße (einer Straße in bestem asphaltiertem Zustand, zu Beginn sogar 4-spurig) Richtung Okahandja angekommen, suchten wir gleich den nächsten Parkplatz in der Hoffnung, die anderen würden den Weg finden und bald nachkommen. Zum Glück trudelten nach und nach unsere Reisegefährten ein. 1 Auto war nur leider auf der Suche nach uns zu schnell unterwegs und erwischte prompt eine von der Polizei aufgestellte „Speed trap“, mit dem Resultat, dass sie zwar gleich weiterfahren konnten, dafür aber mit € 100,- weniger in der Reisekasse.

Wir fuhren weiter auf der Autobahn in Richtung Swakopmund und erreichten nach kurzer Zeit Usakos, ein kleines, rund 2000 Einwohner zählendes Städtchen, wo wir im hiesigen Bottle-Store die noch fehlenden - zumeist alkoholischen J - Getränke für unsere Reise besorgten (das Windhoek-Lager ist übrigens sehr zu empfehlen!). Nach Usakos wechselten wir von der Autobahn auf die Schotterpiste 1935 und kurz danach auf die Straße 1937 nach Ameib, wo wir auf der Ameib Range unser Nachtlager aufschlagen sollten.
 
 
Immer wieder zeigte sich auf der    Strecke, dass die Regenzeit noch nicht lange zu Ende war, da wir einige Male leichte Wasserläufe durchqueren mussten. Da die Autos alle mit Allrad-Antrieb ausgestattet sind, brauchten wir uns wegen des Wassers keine Sorgen machen und so konnte Berndi mit vollem „Karacho“ durch die Wasserläufe düsen.
 
 
 
 

Im Farmhaus angekommen, erledigten wir nur rasch die Anmeldeformalitäten und fuhren gleich ca. 1 km weiter zu einem Parkplatz, von wo aus unsere 1. Wanderung zu der so genannten Phlipps Cave starten sollte. Wir wechselten die Flipflops gegen feste Wanderschuhe, denn der ca. 1stündige Wanderweg zur Höhle ging so zusagen über Stock & Stein (und was sich darunter/dahinter alles verstecken mochte). Anfangs waren die meisten von uns doch noch besorgt, ob nicht unter dem einen oder anderen Felsbrocken die nächste Schlange auf uns wartete oder hinter dem nächsten Felsvorsprung ein Leopard lauerte. Dank der unbeschreiblich schönen Aussicht auf das Erongo Gebirge, schwand die anfängliche Ängstlichkeit jedoch rasch. Die gigantischen glatten Felspartien des Gebirges sind vor etwa 70 Millionen Jahren während der Kontinentalverschiebung durch Eindringen von Magmamassen in den alten afrikanischen Gesteinssockel entstanden und wurden durch Erosion freigelegt. Die Hitze während der Wanderung war enorm, aber der anstrengende Marsch über Felsformationen war in dem Moment vergessen, als wir die Höhle mit den 10.000 Jahre alten Felszeichnungen erreichten.

Zurück im Camp errichteten wir das erste Mal unser Zeltlager. Danach machten wir uns auf den Weg zu den Duschen, wo Berndi gleich eine ausführliche Spinnen-Inspektion durchführen musste. Schnell konnte aber Entwarnung gegeben werden, außer einem Geko war in der Duschanlage zum Glück nicht viel an Tieren unterwegs. Unser Abendessen bestand aus gekochten Kartoffeln mit Salz, Butter und Salami (danke lieber Schwiegerpapa!) - ein perfektes Abendessen nach der anstrengenden Wanderung. Die erste Nacht im Zelt war noch etwas ungewohnt, aber sehr gemütlich J

 
 
Morgen berichten wir euch dann von unserem Wüsten-Besuch und den 1000en Robben am Cape Cross…
Djambo Andrea & Berndi
 
 

Montag, 7. April 2014

Anreise




Hello Africa!


Am Samstag, um 06:00 Uhr früh sind wir endlich in unser Abenteuer Afrika gestartet. Nach einer 5-stündigen Busfahrt nach München, ging es ab in den 1. Flieger Richtung Kairo. Nach einer ausführlichen Inspektion, stach unserem durch die Sendung „Mayday – Alarm im Cockpit“ geschulten Blick sofort das etwas in die Jahre gekommene Flugzeug der Fluggesellschaft Egypt Air ins Auge. Zum Glück verlief der Flug jedoch weitgehend ruhig und beim Landeanflug in Kairo erlaubte ich mir sogar ein paar kurze Blicke aus dem Fenster auf die schönen bunten Lichter der ägyptischen Hauptstadt.

In Kairo hatten wir dann ein paar Stunden Zeit, bevor der nächste Flug nach Johannesburg starten sollte. Beim Sicherheitscheck erwies sich das mitgebrachte Funkgerät, welches wir in Namibia für unsere Camping-Autos brauchen sollten, in den Augen des ägyptischen Sicherheitspersonals offenbar als tödliche Waffe, was Rudi‘s (Papa‘s) Blutdruck in kürzester Zeit in ungeahnte Höhen schnellen ließ. Die Erklärungen, dass es sich bei der potenziellen Gefahr lediglich um Utensilien für unseren geplanten Safari-Urlaub handelte, wollte das Flughafenpersonal partout nicht gelten lassen. Nach gefühlten 2 Stunden Wartezeit inkl. der einen oder anderen Diskussion, wurde Rudi dann schließlich mit den Funkgeräten von einem Sicherheitsbeamten an Board geleitet. Die Reise konnte also endlich weitergehen.

8 Stunden Flugzeit lagen nun vor uns und Berndi und ich nahmen gleich kurz nach dem Start ein kleines „Schlaf-Helferlein“ ein, um so die lange Zeit mit etwas Schlaf verkürzen zu können. Die Tabletten zeigten schon nach kurzer Zeit Wirkung und so schafften wir es, den Großteil des Fluges zu verschlafen. Für mich ein absoluter Traum, wie jeder weiß der mich und meine Flugangst kennt.  Leider wirkten die Schlaftabletten etwas zu gut, und so kam es, dass ich beim Aussteigen in Johannesburg offenbar mein E-Book im Flieger vergaß… Den Fehler erkannte ich leider erst kurz vor dem Einsteigen in den nächsten und auch gleichzeitig letzten Flieger Richtung Windhoek, sodass keine Zeit mehr blieb, auf die Suche nach dem verlorenen E-Book zu gehen L

 
 
 
 
Zum Glück verlief auch der letzte Flug ruhig und der südafrikanische Wein, der an Board serviert wurde, ließ auch langsam den Ärger über den Verlust verschwinden. Von der Luft aus konnten wir auch schon den ersten Eindruck von unseren bevorstehenden Touren durch Namibia & Botswana gewinnen und eines stand sofort fest: hier gab es auf jeden Fall sehr viel „Gegend“. Und dann war es endlich soweit - nach insgesamt 14 Stunden Flug landeten wir in Windhoek. Von angenehmen 27 Grad Lufttemperatur empfangen, besorgten wir uns unser Visum und begaben uns zu den bestellten Taxis, die uns in die Innenstad und zu unserem Hotel „Thüringer Hof“ bringen sollten. Während der Fahrt zum Hotel gab es dann auch schon das 1. Highlight und ein paar von uns konnten eine kurzen Blick auf ein  Warzenschwein erhaschen (ich gab ihm sofort den Namen Pumba), das sich nicht unweit vom Straßenrand im Gebüsch versteckte.

Nach einer ausgedehnten Dusche im Hotel ging es noch für einen kurzen Spaziergang in die Stadt. Davon, dass die Stadt eigentlich um die 250.000 Einwohner umfasst, merkte man an diesem Sonntag Abend nur wenig. Nach einer kurzen Besichtigung der Christus Kirche, ging es über die Robert-Mugabe-Street und die Independence Avenue wieder Richtung Hotel. Nach der langen Anreise waren wir doch alle froh, endlich angekommen zu sein und so endete der 1. Tag bereits kurz nach dem Abendessen.

Heute fanden dann schließlich noch die letzten Vorbereitungen für unsere Tour statt. Vormittags nahmen wir unsere Camping-Autos in Empfang und wir wurden mittels Einschulung der Autovermittlungsagentur auf die nächsten Tage vorbereitet. Nachmittags räumten wir den hiesigen Supermarkt beinahe noch leer und unsere Autos voll, somit steht einer spannenden Reise durch Namibia & Botswana nichts mehr im Wege J In diesem Sinne wünschen wir euch allen eine gute Nacht und bis bald!

Andrea & Berndi

Mittwoch, 2. April 2014

Let the adventure begin...

Nicht mehr lange und wir starten unsere lang ersehnte Reise auf den schwarzen Kontinent. Damit ihr auf dem Laufenden bleibt, was unsere Abenteuer, Erlebnisse & Erfahrungen anbelangt, haben wir für euch diesen Blog eingerichtet. Wir werden uns bemühen, euch regelmäßig ein paar Berichte zukommen zu lassen, sofern es die WLAN Verhältnisse auf den diversen Campingplätzen erlauben und wir nicht gerade damit beschäftigt sind, mit den Löwen um die Wette zu laufen oder eine Antilope für’s Abendessen einzufangen. Viel Spaß und wir hören/sehen uns dann in Afrika! Andrea & Berndi